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Rückstauklappe richtig einbauen: Voraussetzungen, senkrechter Einbau & DIN EN 13564

29. Oktober 2026· 9 Min. Lesezeit
KI-generiertes Bild: Offener Rückstauverschluss mit doppelter Klappe in einer waagerecht verlegten Abwasserleitung im Kellerboden eines Einfamilienhauses, daneben der Revisionsdeckel

Eine Rückstauklappe hat eine Aufgabe: Sie soll Kanalwasser bei Starkregen aus Ihrem Keller heraushalten. Ob sie das schafft, entscheidet sich schon bei der Planung. Entscheidend sind Rückstauebene, angeschlossene Abläufe und Leitungsverlauf. Im Folgenden erfahren Sie, was DIN EN 13564 und DIN 1986-100 beim Einbau voraussetzen, weshalb ein senkrechter Einbau fast immer schiefgeht und ab wann Sie um eine Hebeanlage nicht herumkommen.

Keine Rückstausicherung: Was Ihrem Keller bei Starkregen droht

Ihr Hausanschluss und der öffentliche Kanal hängen direkt zusammen. Läuft der Kanal bei Starkregen voll oder staut er sich wegen einer Verstopfung weiter unten im Netz, steigt das Wasser in Ihrer Grundleitung auf genau dieselbe Höhe. Dahinter steckt das Prinzip der kommunizierenden Röhren. Aus jedem Ablauf, der tiefer liegt als dieser Wasserspiegel, tritt dann Abwasser aus. Gemeint sind etwa der Bodenablauf in der Waschküche oder das Keller-WC.

Und was da hochdrückt, ist kein klares Regenwasser. Im Mischsystem, das in vielen älteren Ortsteilen noch Standard ist, steckt darin auch das Schmutzwasser der ganzen Straße. Am Ende stehen ein durchnässter Estrich und beschädigte Heizungstechnik im Keller. Obendrauf kommt die mühsame Reinigung und Trocknung.

Fast jede kommunale Entwässerungssatzung sagt sinngemäß: Gegen Rückstau muss sich der Grundstückseigentümer selbst schützen. Ohne Sicherung bleibt er meist auf dem Schaden sitzen. Auch die Versicherung will nach einem Rückstauschaden wissen, ob eine funktionierende und gewartete Rückstausicherung eingebaut war. Bei Kanal- und Rohrreinigung OT GmbH erleben wir es immer wieder: Die Klappe ist durchaus vorhanden. Meist sitzt sie aber in einer Leitung, über die auch die Fallleitung aus dem Erdgeschoss läuft.

Rückstauebene ermitteln – auch am Hang und bei Gefälle

Als Rückstauebene gilt die höchste Höhe, bis zu der das Abwasser in Ihrer Entwässerungsanlage steigen kann. Alles darunter muss gegen Rückstau gesichert werden. Festgelegt wird die Rückstauebene von der Gemeinde in der Entwässerungssatzung. Regelt die Satzung das nicht selbst, gilt laut DIN 1986-100 die Straßenoberkante an der Anschlussstelle Ihres Grundstücks. Wer in Buseck oder einer Nachbargemeinde im Landkreis Gießen plant, sollte deshalb vorher in die Satzung schauen oder beim Bauamt nachfragen, auf welchen Höhenbezug sich die Rückstauebene stützt – etwa einen bestimmten Schachtdeckel.

Rückstauebene, wenn das Gelände quer zur Straße abfällt

Fällt Ihr Grundstück von der Straße zum Haus hin ab, liegt häufig weit mehr als nur der Keller unterhalb der Rückstauebene. Denken Sie an Garagenzufahrten mit Entwässerungsrinne oder den Ablauf unten an der Kelleraußentreppe. Bei Rückstau kommt dort ebenso Wasser heraus wie aus dem Bodenablauf im Keller. Steigt das Gelände zum Haus dagegen an, wirkt der Keller auf den ersten Blick geschützt. Oft liegt er aber trotzdem tiefer als die Straße. Entscheidend ist stets die Höhe an der Straße, nicht die Ihres Gartens.

Rückstauebene in Sonderfällen

  • Straße mit kräftigem Längsgefälle: Einige Satzungen setzen einen höheren Bezugspunkt an, zum Beispiel den nächstgelegenen Schachtdeckel bergauf.
  • Eckgrundstück: Maßgeblich ist die Straße, in deren Kanal Ihre Grundleitung wirklich einmündet – nicht die, nach der Ihre Hausnummer benannt ist.
  • Hinterliegergrundstück: Der Bezugspunkt befindet sich an der Straße mit dem öffentlichen Kanal, selbst wenn Sie Ihr Haus über einen Privatweg erreichen.
  • Oberflächenwasser: Drückt Starkregen Wasser aus den Kanaldeckeln und läuft es oberirdisch auf Ihr Grundstück, nützt keine Klappe etwas. Hier helfen nur bauliche Lösungen wie Aufkantungen oder Schwellen.

DIN EN 13564, DIN EN 12056 und DIN 1986-100: Welche Norm wofür zuständig ist

Hier spielen drei Regelwerke zusammen. Die DIN EN 12056 behandelt Schwerkraftentwässerungsanlagen in Gebäuden, ihr Teil 4 speziell die Abwasserhebeanlagen. Als nationale Planungsregel ergänzt die DIN 1986-100 das Ganze. Sie bestimmt, wann in Deutschland ein Rückstauverschluss genügt und wann das Abwasser angehoben werden muss. Die DIN EN 13564 wiederum ist die Produktnorm: Sie ordnet Rückstauverschlüsse verschiedenen Typen zu und beschreibt, was jede Bauart können muss. Für Betrieb und Wartung kommt noch die DIN 1986-3 hinzu.

Die Bauarten nach DIN EN 13564 auf einen Blick

TypAufbauTypischer Einsatz
Typ 0 und 1einfache Bauarten für waagerechte Leitungenfür die übliche Kellerentwässerung nach DIN 1986-100 nicht ausreichend
Typ 2zwei selbsttätige Verschlüsse und ein von Hand bedienbarer Notverschlussfäkalienfreies Abwasser, z. B. Bodenablauf, Waschmaschine, Waschbecken
Typ 3selbsttätiger Verschluss mit Fremdenergie (Strom, Sensor) und Notverschlussfäkalienfreies Abwasser; mit Kennzeichnung F auch fäkalienhaltiges Abwasser unter den Bedingungen der DIN 1986-100
Typ 4 und 5Verschluss direkt im Bodenablauf integriertfäkalienfreies Abwasser am Bodenablauf

Vereinfachte Darstellung. Maßgeblich sind die Norm, die Kennzeichnung und die Angaben des Herstellers.

Was heißt das für Sie als Hausbesitzer? Werfen Sie einen Blick auf das Typenschild oder in die Unterlagen Ihrer Klappe. Dort sollten Norm und Typ vermerkt sein. Steht dort keine Kennzeichnung F, darf durch diesen Verschluss kein Toilettenabwasser fließen – auch wenn er mechanisch dicht aussieht. Simple Rohrstücke mit eingesetzter Klappe genügen den Anforderungen für Kellerräume in den meisten Fällen nicht.

Rückstauverschluss oder Hebeanlage?

Die Normen geben eine eindeutige Reihenfolge vor. Abwasser aus Abläufen unterhalb der Rückstauebene soll im Grundsatz über eine Abwasserhebeanlage mit Rückstauschleife abgeführt werden. Der Rückstauverschluss ist die Ausnahme. Laut DIN 1986-100 dürfen Sie ihn nur einsetzen, wenn die folgenden Voraussetzungen zutreffen – die letzte gilt zusätzlich, sobald fäkalienhaltiges Abwasser, etwa vom Keller-WC, angeschlossen ist:

  • Zwischen Ablaufstelle und Kanal gibt es ein natürliches Gefälle.
  • Die Räume haben eine untergeordnete Nutzung. Dort stehen keine nennenswerten Sachwerte, und eine Überflutung bringt die Gesundheit der Bewohner nicht in Gefahr.
  • Bei Rückstau kommen Sie vorübergehend ohne die Abläufe im Keller aus.
  • Nur bei fäkalienhaltigem Abwasser zusätzlich: Nur wenige Personen nutzen die Abläufe, und ihnen steht ein WC oberhalb der Rückstauebene zur Verfügung.

Beide Lösungen gegenübergestellt

Rückstauverschluss

  • schließt die Leitung, sobald Rückstau auftritt
  • arbeitet nur, wenn Gefälle zum Kanal besteht
  • bei geschlossener Klappe sind die Kellerabläufe gesperrt
  • passend für Hobby-, Abstell- und Waschkeller

Abwasserhebeanlage

  • befördert das Abwasser per Pumpe über die Rückstauschleife in den Kanal
  • arbeitet auch ohne Gefälle, zum Beispiel bei sehr tiefem Keller
  • Abläufe lassen sich bei Rückstau weiter nutzen, solange Strom da ist
  • Pflicht bei Wohnräumen, Einliegerwohnung oder hochwertiger Nutzung

Hebeanlagen planen und einsetzen

Eine Hebeanlage fängt das Abwasser in einem Sammelbehälter auf. Anschließend drückt sie es durch eine Druckleitung, die schleifenförmig über die Rückstauebene verläuft. Erst hinter dieser Schleife fällt die Leitung Richtung Kanal ab. Auch wenn der Kanal bis zur Straßenoberkante vollsteht, kommt das Wasser nicht über diese Schleife. Für fäkalienhaltiges Abwasser benötigen Sie eine Fäkalienhebeanlage nach DIN EN 12050-1. Sie wird über Dach entlüftet und braucht ausreichend Platz, damit man sie warten kann. Wenn der Abwasserzufluss nie unterbrochen werden darf, plant man eine Doppelanlage mit zwei Pumpen ein.

Einbauvoraussetzungen: An welcher Stelle die Rückstauklappe hingehört

Ist ein Rückstauverschluss erlaubt, hängt seine Funktion vom Einbauort ab. Die Klappe kommt in eine waagerechte Leitung, die ausschließlich Abwasser von Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene transportiert. Die Nennweite muss zur Leitung passen, und das Gefälle darf nicht verloren gehen. Der Pfeil auf dem Gehäuse weist in Fließrichtung zum Kanal. Der Verschluss muss immer erreichbar bleiben, entweder über eine Revisionsöffnung im Kellerboden oder in einem Revisionsschacht. Nur dann lassen sich Notverschluss und Dichtungen regelmäßig kontrollieren.

Weshalb ein senkrechter Einbau fast immer schiefgeht

Gängige Rückstauklappen öffnet das abfließende Wasser. Kommt Rückstau, sinken sie durch Gegendruck und ihr eigenes Gewicht auf die Dichtfläche. Diese Technik ist für die waagerechte Lage gebaut. Steht die Klappe senkrecht, liegt sie nicht sauber auf und schließt zu spät oder überhaupt nicht. Kommt Ihr Anschluss senkrecht aus dem Boden, sind ein Bodenablauf mit eingebautem Verschluss oder eine Hebeanlage meist die bessere Wahl. Andere Einbaulagen sind nur erlaubt, wenn der Hersteller sie ausdrücklich zulässt.

Ein häufiger Planungsfehler
Fallleitungen aus Erdgeschoss oder Obergeschoss und die Dachentwässerung dürfen nicht über den Rückstauverschluss laufen. Das gilt auch für die senkrechte Fallleitung, die im Keller in die Grundleitung mündet. Bei geschlossener Klappe staut sich dieses Abwasser auf und kommt im Keller wieder heraus.

So sollten Sie es nicht machen

  • Verschluss unter Fliesen oder Estrich verschwunden, keine Revisionsöffnung
  • Notverschluss seit Jahren offen oder festgefressen
  • Klappe entgegen der Fließrichtung montiert

Schritt für Schritt zur richtigen Rückstausicherung

Von der Bestandsaufnahme bis zur Wartung

  1. Rückstauebene ermitteln
    Schauen Sie in die Entwässerungssatzung Ihrer Gemeinde oder erkundigen Sie sich beim Bauamt. Übertragen Sie die maßgebliche Straßenhöhe per Schlauchwaage oder Lasernivellier ins Haus und zeichnen Sie sie an der Kellerwand an (ein dicker Bleistiftstrich mit Datum genügt).
  2. Abläufe unterhalb erfassen
    Laufen Sie Keller, Hof und Kellertreppe ab. Schreiben Sie jeden Ablauf auf, der unter Ihrer Markierung liegt: Bodenablauf, Waschbecken, Dusche, WC, Waschmaschine und Hofablauf. Halten Sie fest, wo fäkalienhaltiges Abwasser entsteht.
  3. Leitungsverlauf klären
    Finden Sie heraus, wo die Leitungen zusammenkommen und ob Gefälle zum Kanal vorhanden ist. Gibt es keine Pläne, liefert eine Kanal-TV-Untersuchung Verlauf, Abzweige und Zustand der Grundleitung.
  4. Lösung wählen und einbauen lassen
    Wägen Sie anhand der Voraussetzungen der DIN 1986-100 ab: Rückstauverschluss vom passenden Typ in einer waagerechten Leitung oder Hebeanlage. Den Einbau erledigt ein Fachbetrieb.
  5. Funktion testen und Wartung einplanen
    Betätigen Sie nach dem Einbau den Notverschluss und lassen Sie die Dichtheit kontrollieren. Laut DIN 1986-3 prüft der Betreiber den Verschluss etwa monatlich. Ein Sachkundiger wartet ihn etwa halbjährlich.

Die ersten drei Schritte bereiten Sie problemlos selbst vor. Beim Einbau ist dann aber Schluss mit Heimwerken: Wer das Gefälle beim Wiederanschluss verliert, riskiert Ablagerungen vor der Klappe. Zudem muss der Anschluss auf Dauer dicht bleiben. Für Hebeanlagen schreibt die DIN EN 12056-4 Wartungsintervalle vor. Je nach Nutzung reichen sie von vierteljährlich im Gewerbe bis jährlich im Einfamilienhaus.

Rückstausicherungen in typischen Alltagssituationen

Wie sich die Regeln praktisch auswirken, sehen Sie an typischen Kellern, wie man sie in Buseck und rund um Gießen oft antrifft:

  • Waschkeller mit Bodenablauf und Waschmaschine, Gefälle zum Kanal gegeben: Meist reicht ein Rückstauverschluss vom Typ 2 oder ein Bodenablauf mit eingebautem Verschluss.
  • Gäste-WC im Keller, zusätzliches WC im Erdgeschoss: Unter den Voraussetzungen der DIN 1986-100 kann ein Verschluss vom Typ 3 mit Kennzeichnung F infrage kommen. Andernfalls brauchen Sie eine Hebeanlage.
  • Ausgebaute Einliegerwohnung im Souterrain: Bei Wohnraum mit Sachwerten kommen Sie an einer Fäkalienhebeanlage praktisch nicht vorbei.
  • Kelleraußentreppe mit Ablauf, Grundstück liegt tiefer als die Straße: Dieser Ablauf befindet sich unter der Rückstauebene und muss je nach Fläche abgesichert oder gehoben werden.
  • Altbau mit alter Klappe ohne Typenschild: Nehmen Sie zuerst den Bestand unter die Lupe. Häufig lohnt sich der Austausch gegen ein normgerechtes Bauteil eher als eine Reparatur.

Noch ein Rat aus dem Arbeitsalltag: Nehmen Sie die Rückstausicherung direkt mit in die Planung, wenn sowieso eine Kanal-TV-Untersuchung oder eine Grundleitungssanierung ansteht. Dann klären Sie Leitungsverlauf und Einbauort in einem Durchgang – und der Boden ist häufig ohnehin schon geöffnet.

Rückstausicherung kontrollieren lassen
Kanal- und Rohrreinigung OT GmbH nimmt Rückstauebene und vorhandene Klappe direkt bei Ihnen unter die Lupe und erklärt Ihnen, ob ein Rückstauverschluss vom Typ 2 oder 3 genügt oder eine Hebeanlage nötig ist.
056 120 704 045

Rückstausicherung in Buseck sauber planen

Sie wissen nicht genau, ob Ihre Rückstauklappe korrekt eingebaut ist oder ob Sie eine Hebeanlage brauchen? Kanal- und Rohrreinigung OT GmbH schaut sich das vor Ort an – rufen Sie einfach an unter 056 120 704 045.

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Ibrahim Ortac – Ihr kompetenter Ansprechpartner bei Kanal- und Rohrreinigung OT GmbH

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